Die Kulturheidelbeere ist leider ein massives Problem in unseren Hochmooren. Ursprünglich stammt die Art aus Nordamerika und gilt daher in unseren Ökosystemen als nicht heimische Pflanzenart (Neophyt). Durch die vielen Blaubeer-Plantagen ist die Kulturheidelbeere inzwischen aber auch in Norddeutschland weit verbreitet. Oft liegen die Anbauflächen in unmittelbarer Nähe zu geschützten Mooren, denn die sauren Torfböden sagen der Kulturheidelbeere als Moorpflanze durchaus zu. Die wesentlichen Vektoren für die Ausbreitung der Art sind Tiere, die die Heidelbeeren fressen und die Samen anschließend weitertragen.
Ein entscheidender Faktor für die Problematik ist das außerordentlich hohe Regenerations- und Ausbreitungspotential der Kulturheidelbeere. Die Art ist nicht nur in der Lage, sich generativ über Samen effizient zu verbreiten, sondern verfügt auch über eine ausgeprägte vegetative Vermehrung. Selbst kleinste Wurzelreste können erneut austreiben und dichte Bestände bilden. Dadurch etabliert sich die Kulturheidelbeere schnell und dauerhaft in sensiblen Moorbereichen, wo sie die spezialisierten, oft konkurrenzschwachen heimischen Arten verdrängt und so die natürliche Vegetationsstruktur erheblich verändert.
Die Bekämpfung der Kulturheidelbeere gestaltet sich entsprechend schwierig. Mechanische Maßnahmen wie das Ausreißen oder Ausgraben sind oft nur begrenzt erfolgreich, da zurückbleibende Wurzelteile erneut austreiben. Dennoch gehören diese Maßnahmen, die die gesamte Pflanze inkl. Wurzeln erfassen, zu den wirksamsten Bekämpfungsmethoden. Insbesondere bei größeren Sträuchern kann der Wurzelstock auch mit Freischneider oder Motorsäge zerkleinert werden. Aufgrund des zu erwartenden Neuaustriebs müssen befallene Flächen über mehrere Jahre bearbeitet werden, um die Kulturheidelbeere erfolgreich zurückzudrängen.
Nicht geeignet ist das oberflächliche Zurückschneiden der Sträucher, denn die Pflanzen treiben dadurch in der folgenden Vegetationsperiode nur umso stärker aus. Chemische Bekämpfungsmethoden sind aus naturschutzfachlicher Sicht in Mooren in der Regel nicht zulässig oder nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Nur durch konsequente und wiederholte Maßnahmen lässt sich eine weitere Ausbreitung zumindest eindämmen, auch wenn eine vollständige Entfernung etablierter Bestände in vielen Fällen kaum realistisch ist.








