Moore gehören zu den wertvollsten Ökosystemen unserer Erde – und gleichzeitig zu den am stärksten bedrohten. Ihr Schutz ist deshalb von zentraler Bedeutung für Biodiversität, Klimaschutz und Wasserhaushalt. In Niedersachsen liegt rund ein Drittel der deutschen Moorflächen, dem Land kommt daher eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Flächen zu.
Ein Hauptproblem ist die Entwässerung: Viele Moore wurden trockengelegt, um landwirtschaftliche Flächen oder Torf zu gewinnen. Dadurch werden große Mengen an gespeichertem Kohlenstoff freigesetzt. Das führt direkt zu erhöhten Treibhausgasemissionen (v.a. CO₂) aus entwässerten Moorböden. In Niedersachsen stammt ein erheblicher Anteil der landesweiten Treibhausgasemissionen – etwa 15 – 20% – aus entwässerten Mooren. Das zeigt, wie groß das Klimaschutzpotenzial intakter und wiedervernässter Moore ist.
Hinzu kommt der Stickstoffeintrag aus Landwirtschaft und Luftverschmutzung. Dieser verändert die empfindliche Nährstoffbalance der Moore. Pflanzenarten, die nährstoffarme Bedingungen benötigen, werden verdrängt, während konkurrenzstärkere Arten dominieren. Je nach Region liegt die Stickstoffdeposition in Niedersachsen bei etwa 15 – 30 kg N ha-1 a-1. Für unsere empfindlichen Hochmoore sind diese Werte viel zu hoch! Fatal ist zudem, dass es sich hier um ein unsichtbares Problem handelt. Wir düngen unsere entlegensten Ökosysteme, obwohl die Flächen sonst wenig vom Menschen beeinflusst werden.
Die gefährliche Kombination von Entwässerung und Stickstoffeintrag trägt wesentlich zur Verbuschung und Bewaldung unserer Hochmoore bei. Wodurch typische Moorarten verloren gehen und sich die ökologischen Funktionen negativ verändern. Die Bäume entziehen dem Moor weiteres Wasser und beschleunigen so die Zersetzung des Torfkörpers. Daher muss man klar zwischen Wäldern auf entwässertem Hochmoortorf und solchen auf mineralischen Böden unterscheiden. Nicht jeder Wald ist automatisch gut für Natur- und Klimaschutz.
Der Klimawandel verschärft all diese Prozesse zusätzlich. Höhere Temperaturen und veränderte Niederschläge führen zu weiterer Austrocknung, was wiederum die Zersetzung beschleunigt und noch mehr Treibhausgase freisetzt – ein gefährlicher Rückkopplungseffekt.
Eine gezielte Moorpflege – etwa durch Wiedervernässung, Reduktion von Nährstoffeinträgen und das Offenhalten der Flächen – ist daher entscheidend. Sie hilft nicht nur, einzigartige Lebensräume zu erhalten, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

